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Hülsenfrüchte
Inhaltsverzeichnis
Warum Hülsenfrüchte auf deinem Teller nicht fehlen sollten
Hülsenfrüchte – wie Bohnen, Linsen, Kichererbsen und Erbsen – sind echte Nährstoffbomben, die einen super Kalorienwert haben. Diese Pflanzen aus der Familie der Fabaceae liefern in getrockneter Form 18 bis 25 % Protein, was sie zu einer der konzentriertesten pflanzlichen Proteinquellen macht [1]. Eine einzige Tasse gekochte Linsen liefert etwa 18 Gramm Protein und 15 Gramm Ballaststoffe, was eine sättigende Kombination ergibt, die die Gewichtskontrolle und die Gesundheit des Stoffwechsels unterstützt. Neben Makronährstoffen liefern Hülsenfrüchte erhebliche Mengen an Eisen, Folsäure, Magnesium, Zink und polyphenolischen Antioxidantien, die oxidativen Stress bekämpfen.
Der Vorteil von Ballaststoffen
Hülsenfrüchte haben sowohl lösliche als auch unlösliche Ballaststoffe, die jeweils unterschiedliche Gesundheitsfunktionen haben. Lösliche Ballaststoffe bilden im Verdauungstrakt eine gelartige Substanz, die die Magenentleerung verlangsamt und Blutzuckerspitzen abmildert [2]. Diese Eigenschaft macht Hülsenfrüchte besonders wertvoll für Menschen, die mit Diabetes oder Insulinresistenz zu kämpfen haben. Die unlöslichen Ballaststoffe in Hülsenfrüchten erhöhen das Stuhlvolumen und fördern eine regelmäßige Darmtätigkeit. Am wichtigsten ist vielleicht, dass Hülsenfrüchte resistente Stärke enthalten – eine Art von Kohlenhydraten, die der Verdauung im Dünndarm entgeht und unverändert in den Dickdarm gelangt. Dort fermentieren nützliche Bakterien die resistente Stärke zu kurzkettigen Fettsäuren wie Butyrat, die die Dickdarmzellen ernähren, Entzündungen reduzieren und die Immunfunktion unterstützen [3].
Proteinqualität und -vollständigkeit
Während einzelne Hülsenfrüchte wenig von bestimmten essenziellen Aminosäuren haben, vor allem Methionin, ergibt die Kombination von Hülsenfrüchten mit Vollkornprodukten ein komplettes Proteinprofil, das alle neun essenziellen Aminosäuren liefert. Diese traditionelle Kombination – die man in Gerichten wie Reis und Bohnen, Linsen mit Brot oder Hummus mit Vollkorn-Pita findet – hat die Menschen seit Jahrtausenden ernährt. Hülsenfruchtproteine sind auch reich an Lysin, einer Aminosäure, die in Getreide-basierten Diäten oft nur begrenzt vorhanden ist. Für Vegetarier und Veganer sind Hülsenfrüchte die Grundlage der Proteinaufnahme, und Untersuchungen zeigen immer wieder, dass eine gut geplante pflanzliche Ernährung den Proteinbedarf deckt, wenn regelmäßig Hülsenfrüchte gegessen werden [4].
Gesundheitliche Vorteile durch regelmäßigen Verzehr
Epidemiologische Studien zeigen immer wieder, dass der Verzehr von Hülsenfrüchten das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten senkt. Eine umfassende Meta-Analyse ergab, dass der regelmäßige Verzehr von Hülsenfrüchten mit einer deutlichen Verringerung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist, wobei jede tägliche Portion das Risiko um etwa 10 % senkt [5]. Die in Hülsenfrüchten enthaltenen Ballaststoffe, Kalium und Magnesium tragen alle zu einer gesunden Blutdruckregulierung bei. Die Bevölkerung in den Blue Zones – Regionen mit außergewöhnlicher Langlebigkeit – konsumiert Hülsenfrüchte als Grundnahrungsmittel, wobei Bohnen in diesen Kulturen täglich auf dem Speiseplan stehen.
Die Zubereitung ist wichtig
Rohe Hülsenfrüchte enthalten Stoffe wie Lektine, Phytate und Trypsinhemmer, die die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen können [6]. Durch die richtige Zubereitung lassen sich diese Probleme jedoch vermeiden. Das Einweichen von getrockneten Hülsenfrüchten für 8 bis 12 Stunden vor dem Kochen reduziert den Phytatgehalt und die Kochzeit erheblich. Das Kochen unter Druck ist besonders effektiv, um Lektine und andere antinutritive Faktoren abzubauen und gleichzeitig nützliche Verbindungen zu erhalten. Hülsenfrüchte aus der Dose sind vorgekocht und gebrauchsfertig, allerdings reduziert das Abspülen ihren Natriumgehalt. Das Keimen von Hülsenfrüchten erhöht die Bioverfügbarkeit der Nährstoffe und reduziert bei manchen Menschen Verdauungsbeschwerden.
Konserven versus getrocknet
Beide Formen bieten ernährungsphysiologische Vorteile. Getrocknete Hülsenfrüchte, die von Grund auf gekocht werden, sind wirtschaftlicher und ermöglichen die Kontrolle über Natriumgehalt und Konsistenz. Dosenvarianten bieten Komfort bei vergleichbarem Protein- und Ballaststoffgehalt. Bei der Verwendung von Hülsenfrüchten aus der Dose solltest du natriumarme Sorten wählen und diese gründlich abspülen, um etwa 40 % des zugesetzten Natriums zu entfernen. Der leichte Rückgang einiger B-Vitamine durch das Einmachen ist im Vergleich zum Gesamtnährwert vernachlässigbar.
Quellen
- 1. Nutritional quality and health benefits of pulses - Critical Reviews in Food Science and Nutrition
- 2. Soluble dietary fiber and blood glucose: a meta-analysis - American Journal of Clinical Nutrition
- 3. Resistant starch: impact on the gut microbiome and health - Current Opinion in Biotechnology
- 4. Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: vegetarian diets - Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics
- 5. Legume consumption and risk of coronary heart disease: a systematic review and meta-analysis - Advances in Nutrition
- 6. Effect of soaking and cooking on anti-nutrients in legumes - Food Chemistry
Getrocknete Bohnen 8-12 Stunden vor dem Kochen einweichen
Kombiniere Hülsenfrüchte mit Vollkorn für vollständiges Protein
Spüle Bohnen in Dosen ab, um den Natriumgehalt um 40% zu reduzieren
Versuchen Sie Sprossen für eine bessere Verdauung
Verwende einen Schnellkochtopf für schnellere und bessere Ergebnisse
Strebe 1/2 Tasse täglich an, um das Risiko von Herzkrankheiten zu verringern
Sind Hülsenfrüchte in Dosen genauso nahrhaft wie getrocknete?
Liefern Hülsenfrüchte vollständiges Eiweiß?
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Wie viel Eiweiß bekomme ich von Hülsenfrüchten?
Wie oft sollte ich Hülsenfrüchte essen, um die Gesundheit zu fördern?
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