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Mentales Training
Inhaltsverzeichnis
Was mentales Training ist und warum es wichtig ist
Mentales Training ist das systematische Üben kognitiver und psychologischer Fähigkeiten, um die Leistung, Belastbarkeit und das Wohlbefinden zu steigern. Im Gegensatz zur passiven Entspannung wird dabei das Gehirn durch strukturierte Übungen aktiv beansprucht, die die Konzentration, die Emotionsregulation und die mentale Stärke fördern. Untersuchungen zeigen, dass mentales Training die Nervenbahnen buchstäblich umformt und die Verbindungen zwischen den für die exekutiven Funktionen und die Entscheidungsfindung zuständigen Gehirnregionen stärkt [1].
Die Vorteile erstrecken sich über verschiedene Bereiche. Sportler nutzen mentales Training, um ihre Leistung unter Druck zu verbessern. Führungskräfte nutzen es, um bei wichtigen Entscheidungen einen klaren Kopf zu behalten. Ältere Erwachsene nutzen es, um ihre kognitiven Funktionen und ihre Verarbeitungsgeschwindigkeit zu erhalten. Eine Meta-Analyse von Neuroimaging-Studien aus dem Jahr 2018 ergab, dass mentale Bilder den prämotorischen Kortex, zusätzliche motorische Bereiche und das Kleinhirn aktivieren – Regionen, die sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit unterstützen [1].
Wie mentales Training das Gehirn verändert
Das Gehirn bleibt ein Leben lang formbar. Jedes Mal, wenn du eine mentale Fähigkeit trainierst, stärkst du die damit verbundenen neuronalen Schaltkreise. Funktionelle MRT-Studien zeigen, dass erfahrene Praktiker im Vergleich zu untrainierten Kontrollpersonen messbare Unterschiede in der Gehirnstruktur und -konnektivität aufweisen [1]. Der präfrontale Kortex – verantwortlich für Planung, Impulskontrolle und Arbeitsgedächtnis – reagiert besonders stark auf mentales Training.
Diese Veränderungen sind nicht nur struktureller Natur. Mentales Training verbessert die Effizienz der Informationsverarbeitung. Es steigert die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses, beschleunigt die Reaktionszeiten und stärkt die Fähigkeit, trotz Ablenkungen die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Studien zu adaptogenen Verbindungen zeigen, dass die Unterstützung des Nervensystems durch geeignete Mechanismen zum Schutz vor Stress die kognitive Leistungsfähigkeit und die geistige Arbeitsfähigkeit weiter verbessern kann [2].
Kerntechniken: Visualisierung, Konzentration und Achtsamkeit
Effektives mentales Training kombiniert drei grundlegende Praktiken. Visualisierung beinhaltet das mentale Einüben von Aufgaben oder Ergebnissen mit lebhaften sensorischen Details. Dies aktiviert ähnliche neuronale Netzwerke wie die tatsächliche Ausführung und schafft eine Form des mentalen Trainings, das das körperliche Training ergänzt. Forschungen in der Sportpsychologie zeigen immer wieder, dass die Kombination von visuellen und kinästhetischen Vorstellungen zu besseren Ergebnissen führt als jede der beiden Methoden allein [1].
Konzentrationsübungen trainieren die anhaltende Aufmerksamkeit. Diese Übungen beinhalten in der Regel, sich auf ein einzelnes Objekt, einen Ton oder eine Empfindung zu konzentrieren und dabei Ablenkungen wahrzunehmen und loszulassen. Mit der Zeit baut dies die mentale Kraft auf, die für tiefes Arbeiten und anhaltende Konzentration erforderlich ist. Achtsamkeitsübungen ergänzen dies um emotionale Regulierung und lehren Sie, Gedanken und Gefühle ohne sofortige Reaktion zu beobachten. Diese Fähigkeit lässt sich direkt auf Situationen mit hohem Druck übertragen, in denen emotionale Kontrolle über den Ausgang entscheidet.
Mentales Training für gesundes Altern
Kognitiver Verfall ist nicht unvermeidlich. Forschungen zeigen, dass altersbedingte Veränderungen der geistigen Funktionen sowohl mit neuronalen als auch mit muskulären Faktoren zusammenhängen [3]. Mentales Training hilft dabei, die Verarbeitungsgeschwindigkeit, das Gedächtnis und die exekutiven Funktionen bis ins hohe Alter zu erhalten. Der Schlüssel liegt in der Kontinuität: Kurze tägliche Übungen bringen bessere Ergebnisse als gelegentliche intensive Trainingseinheiten.
Ältere Erwachsene, die regelmäßig mentales Training betreiben, zeigen eine verbesserte Leistung bei Aufgaben, die Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und kognitive Flexibilität erfordern. Diese Vorteile scheinen auf einer gestärkten neuronalen Konnektivität und einer verbesserten Effizienz der Gehirnnetzwerke zu beruhen, die die kognitive Kontrolle unterstützen. Auch wenn man erst in der Lebensmitte oder später mit mentalem Training beginnt, lassen sich messbare Verbesserungen erzielen.
Quellen
- 1. The neural basis of kinesthetic and visual imagery in sports: an ALE meta-analysis (Filgueiras et al., Brain Imaging Behav, 2018)
- 2. Effects of Adaptogens on the Central Nervous System and the Molecular Mechanisms Associated with Their Stress-Protective Activity (Panossian & Wikman,...
- 3. Age-related differences in agility are related to both muscle strength and corticospinal tract function (MacKenzie et al., Physiol Rep, 2025)
Allmählich beginnen
Bleib hydriert
Prioritäten für die Erholung setzen
Kombiniere visuelle und kinästhetische Eindrücke
10-15 Minuten täglich üben
Verwende anschauliche sensorische Details
Trainiere unter leichtem Stress
Verwende Apps für geführtes Training
Wie oft sollte ich das tun?
Welche Ausrüstung brauche ich?
Ist das sicher für Anfänger?
Was ist der Unterschied zwischen Mentaltraining und Meditation?
Wie lange dauert es, bis man Ergebnisse vom Mentaltraining sieht?
Kann mentales Training die körperliche Leistung verbessern?
Ist mentales Training für ältere Erwachsene effektiv?
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