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Wie Atemübungen deinen Körper beeinflussen

Atemtraining ist die Praxis, dein Atemmuster bewusst zu steuern, um deine Physiologie zu beeinflussen. Untersuchungen zeigen, dass eine Veränderung deiner Atmung einen direkten Einfluss auf dein Nervensystem, deine Herz-Kreislauf-Gesundheit und deine Stressreaktion hat. Der am besten untersuchte Ansatz besteht darin, deine Atmung auf etwa sechs Atemzüge pro Minute zu verlangsamen, eine Frequenz, die deine Herzfrequenzvariabilität mit deinem Atemrhythmus synchronisiert [1].

Was passiert, wenn du deine Atmung verlangsamst

Wenn du deine Atemfrequenz von den üblichen 12 bis 20 Atemzügen pro Minute auf 4 bis 10 Atemzüge pro Minute reduzierst, treten mehrere messbare Veränderungen auf. Dein Zwerchfell bewegt sich vollständiger, zieht mehr Luft in deine Lungen und verbessert den Sauerstoffaustausch. Der Blutdruck sinkt oft leicht. Am wichtigsten ist, dass deine Herzfrequenzvariabilität zunimmt, was auf eine Verschiebung hin zur Dominanz des parasympathischen Nervensystems hindeutet [1].

Diese Aktivierung des Parasympathikus wird manchmal als „Ruhe- und Verdauungszustand” bezeichnet. Sie steht im Gegensatz zur sympathischen „Kampf-oder-Flucht”-Reaktion, die bei Stress vorherrscht. Studien haben gezeigt, dass langsames Atmen die Chemoreflexempfindlichkeit verringert, wodurch du weniger empfindlich auf Kohlendioxidansammlungen reagierst und weniger zu ängstlichen Atemmuster neigst [1].

Wichtige Atemtechniken

Die Box-Atmung folgt einem Vier-Zähl-Muster: vier Sekunden einatmen, vier Sekunden anhalten, vier Sekunden ausatmen, vier Sekunden anhalten. Diese Methode, die von Navy SEALs zum Stressmanagement eingesetzt wird, erzeugt ein rhythmisches Muster, das das autonome Nervensystem stabilisiert.

Die Resonanzfrequenzatmung zielt auf sechs Atemzüge pro Minute (0,1 Hz) ab, die Frequenz, bei der die Herzfrequenzvariabilität normalerweise ihren Höhepunkt erreicht. Das maximiert die respiratorische Sinusarrhythmie, die natürliche Schwankung der Herzfrequenz, die beim Atmen auftritt.

Das CO2-Toleranztraining beinhaltet Atemstillstände und kontrollierte Hyperkapnie, um die Toleranz gegenüber Kohlendioxid zu erhöhen. Eine bessere CO2-Toleranz geht mit einer Verringerung von Angstzuständen und einer Verbesserung der sportlichen Leistung einher.

Nasale Atemübungen beschränken den Luftstrom zur Nase, was die Atmung auf natürliche Weise verlangsamt und die Stickstoffmonoxidproduktion erhöht. Stickstoffmonoxid erweitert die Blutgefäße und verbessert die Sauerstoffversorgung des Gewebes.

Beweise für Langlebigkeit und Gesundheit

Forschungsergebnisse bringen Atemtraining mit mehreren Markern in Verbindung, die mit Langlebigkeit zusammenhängen. Eine höhere Herzfrequenzvariabilität sagt ein geringeres Sterberisiko in der Bevölkerung voraus. Ein niedrigerer Ruheblutdruck senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein verbessertes autonomes Gleichgewicht kann vor chronischen stressbedingten Erkrankungen schützen [1].

Atemtraining ist zwar kein Ersatz für Bewegung, Schlaf oder Ernährung, bietet aber einen einzigartigen Vorteil: Man kann es überall, jederzeit und ohne Geräte praktizieren. Für Menschen, die Wert auf Langlebigkeit legen, ist es daher eine praktische Ergänzung zu jedem Gesundheitsoptimierungsprogramm.

1.

Versuche es mit sechs Atemzügen pro Minute

Untersuchungen zeigen, dass die Herzfrequenzvariabilität bei sechs Atemzügen pro Minute (ein Atemzug alle zehn Sekunden) ihren Höhepunkt erreicht. Verwende einen Timer oder eine Atem-App, um diese Resonanzfrequenz täglich 5-10 Minuten lang zu üben.
pmc.ncbi.nlm.nih.gov
2.

Atme durch deine Nase

Die Nasenatmung filtert, erwärmt und befeuchtet die Luft und produziert Stickstoffoxid, das die Sauerstoffaufnahme verbessert. Halte deinen Mund beim Sport und im Schlaf geschlossen, um die Atmung effizienter zu machen.
3.

Box-Atmung gegen Stress einsetzen

Vier Mal einatmen, vier Mal halten, vier Mal ausatmen, vier Mal halten. Dieses Muster aktiviert das parasympathische Nervensystem innerhalb von 90 Sekunden und ist daher ideal für akute Stresssituationen.
4.

Verlängere dein Ausatmen

Wenn du länger ausatmest als einatmest, wird der Vagusnerv stimuliert und die Entspannung gefördert. Versuche, viermal einzuatmen und sechs bis achtmal auszuatmen. Übe dies vor dem Schlafengehen, um besser zu schlafen.
5.

Übe die Zwerchfellatmung

Langsames, tiefes Atmen stimuliert den Vagusnerv und verbessert die Darm-Hirn-Kommunikation. Versuche es zweimal täglich mit 5 Minuten Boxatmung (4 Sekunden ein, halten, aus, halten).
6.

Box-Atmung bei akutem Stress

4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 4 Sekunden ausatmen, 4 Sekunden halten. Wiederhole 4-6 Zyklen. Wird von Navy SEALs zur Stressbewältigung eingesetzt. Dadurch wird das parasympathische Nervensystem innerhalb von 90 Sekunden aktiviert.
7.

Atemarbeit für sofortige Energie

Versuche es mit 30 Zyklen Wim-Hof-Atmung (tief einatmen, passiv ausatmen), gefolgt von einer 1-2-minütigen Atempause. Dadurch wird dein Nervensystem schnell in einen wachen Zustand versetzt.
1.

Wie lange sollte ich täglich Atemtraining machen?

Beginne mit 5-10 Minuten ein- oder zweimal täglich. Die Forschung zeigt, dass sich bereits fünf Minuten langsames Atmen mit sechs Atemzügen pro Minute positiv auswirken. Beständigkeit ist wichtiger als die Dauer.
2.

Was ist die beste Atemtechnik bei Angstzuständen?

Die Boxatmung (4-4-4-4-Muster) und die verlängerte Ausatmung (4 einatmen, 6-8 ausatmen) aktivieren beide schnell das parasympathische Nervensystem. Bei akuten Ängsten wirkt die Boxatmung innerhalb von 90 Sekunden.
3.

Kann Atemtraining den Blutdruck senken?

Studien zeigen, dass langsames Atmen mit sechs Atemzügen pro Minute den systolischen Blutdruck bei manchen Menschen um 5-10 mmHg senken kann. Die Wirkung beruht auf der Aktivierung des Parasympathikus und einer verbesserten Baroreflexempfindlichkeit.
4.

Was ist die Herzfrequenzvariabilität und warum ist sie wichtig?

Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) misst die zeitlichen Schwankungen zwischen den Herzschlägen. Eine höhere HRV weist auf ein besseres Gleichgewicht des autonomen Nervensystems hin und sagt ein geringeres Sterberisiko voraus. Ein Atemtraining mit sechs Atemzügen pro Minute maximiert die HRV.

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Dieser Inhalt wurde vom New Zapiens Redaktionsteam erstellt und geprüft – gemäß unseren redaktionellen Richtlinien.
Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2026

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