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Gesundheit von Frauen
Inhaltsverzeichnis
Warum die Gesundheit von Frauen anders angegangen werden muss
Die Gesundheit von Frauen ist nicht einfach die Gesundheit von Männern mit zusätzlichen Hormonen. Die weibliche Physiologie unterscheidet sich auf zellulärer, hormoneller und systemischer Ebene, was zu unterschiedlichen Krankheitsrisiken, Symptomen und Behandlungsreaktionen führt. Trotzdem wurden Frauen bis 1993 in den meisten klinischen Studien komplett ausgeschlossen. Das Ergebnis ist ein Gesundheitssystem, das frauenspezifische Erkrankungen oft übersieht oder falsch diagnostiziert.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen töten jährlich mehr Frauen als Männer, aber Frauen zeigen subtilere Symptome, die von Ärzten oft übersehen werden. Autoimmunerkrankungen treten bei Frauen dreimal häufiger auf als bei Männern, wobei der Ausbruch oft mit hormonellen Veränderungen zusammenfällt. Osteoporose, Schilddrüsenerkrankungen und Depressionen treten ebenfalls überwiegend bei Frauen auf. Das Verständnis dieser geschlechtsspezifischen Unterschiede ist kein Nischenanliegen. Es ist grundlegend für eine effektive Gesundheitsversorgung für die Hälfte der Bevölkerung.
Hormonelle Veränderungen im Laufe des Lebens
Frauen durchlaufen drei große hormonelle Veränderungen: die Pubertät, die reproduktiven Jahre mit ihren monatlichen Zyklen, die Perimenopause und die Menopause. Jede Phase verändert den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-Risiko, die Knochendichte, die Gehirnfunktion und die Immunregulation.
Während der reproduktiven Jahre schwanken Östrogen und Progesteron jeden Monat vorhersehbar. Diese Schwankungen beeinflussen alles, von der Leistungsfähigkeit beim Sport bis zum Medikamentenstoffwechsel. Manche Frauen leiden unter schwächenden hormonellen Erkrankungen wie Endometriose oder polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS), die beide langfristige Auswirkungen auf den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System haben [3].
Die Perimenopause, also die Jahre vor der letzten Periode, bringt unvorhersehbare Hormonschwankungen mit sich. Bis zu 80 % der Frauen haben mit Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und kognitiven Beeinträchtigungen zu kämpfen. Die Menopause selbst bedeutet eine dauerhafte Veränderung des Östrogenspiegels, was den Knochenabbau beschleunigt und das Herz-Kreislauf-Risiko verändert [4]. Der Zeitpunkt und der Umgang mit diesen Veränderungen haben einen großen Einfluss auf die langfristige Gesundheit.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen
Herzerkrankungen zeigen sich bei Frauen anders. Anstelle der klassischen quälenden Brustschmerzen leiden Frauen häufiger unter Atemnot, Übelkeit, Müdigkeit oder Kieferschmerzen. Diese untypischen Symptome tragen zu einer Unterdiagnose und verzögerten Behandlung bei.
Östrogen schützt das Herz-Kreislauf-System während der reproduktiven Jahre, was erklärt, warum das Risiko für Herzerkrankungen bei Frauen vor der Menopause im Vergleich zu Männern gleichen Alters geringer ist. Nach der Menopause verschwindet dieser Schutz und die Risikokurven nähern sich einander an. Innerhalb von fünf Jahren nach der Menopause nähert sich das Herz-Kreislauf-Risiko einer Frau dem eines Mannes an [5]. Das Erkennen dieser Muster ermöglicht eine frühzeitigere Intervention und bessere Ergebnisse.
Autoimmun- und Entzündungserkrankungen
Frauen sind überproportional von Autoimmunerkrankungen betroffen. Hashimoto-Thyreoiditis, rheumatoide Arthritis, Lupus und Multiple Sklerose treten überwiegend bei Frauen auf. Die Mechanismen umfassen komplexe Wechselwirkungen zwischen Sexualhormonen, Immunfunktion und genetischen Faktoren.
Die Forschung verbindet das Autoimmunrisiko zunehmend mit hormonellen Veränderungen. Schwangerschaft, Wochenbett und Perimenopause sind allesamt Phasen erhöhter Anfälligkeit. Das Verständnis dieser Zusammenhänge ermöglicht eine gezielte Überwachung und frühzeitige Intervention, sobald Symptome auftreten [2].
Quellen
- 1. Sex differences in cardiovascular disease prevention and treatment
- 2. The X in sex: how autoimmune diseases revolve around sex chromosomes
- 3. Polycystic ovary syndrome: metabolic consequences and long-term health outcomes
- 4. Menopause and cardiovascular disease: the value of hormonal assessment
- 5. Cardiovascular risk assessment in women: impact of menopausal status
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