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Entzündliche Darmerkrankung (IBD)
Inhaltsverzeichnis
Entzündliche Darmerkrankungen (IBD) verstehen
Entzündliche Darmerkrankungen umfassen zwei Hauptkrankheiten: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Beide gehen mit einer chronischen Entzündung des Magen-Darm-Trakts einher, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Lokalisation und Tiefe der Gewebebeteiligung. Morbus Crohn kann jeden Teil des Verdauungstrakts von Mund bis Anus mit fleckigen, transmuralen Entzündungen betreffen. Colitis ulcerosa beschränkt sich auf den Dickdarm und das Rektum mit kontinuierlichen oberflächlichen Entzündungen. IBD betrifft etwa 1,3 % der Erwachsenen in westlichen Ländern und erfordert eine lebenslange Behandlung [1].
Morbus Crohn vs. Colitis ulcerosa
Morbus Crohn ist durch übersprungene Läsionen gekennzeichnet, also Bereiche mit gesundem Gewebe zwischen entzündeten Abschnitten, und kann alle Schichten der Darmwand durchdringen, was zu Komplikationen wie Verengungen, Fisteln und Abszessen führen kann. Colitis ulcerosa beginnt im Rektum und breitet sich kontinuierlich in einem gleichmäßigen Muster nach oben durch den Dickdarm aus. Beide Erkrankungen haben gemeinsame Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall, rektale Blutungen, Müdigkeit und Gewichtsverlust, wobei die spezifischen Symptome je nach Lokalisation und Schweregrad der Erkrankung variieren.
Die Rolle der Entzündung
IBD geht mit einer Fehlregulation der Immunantwort einher, bei der der Körper fälschlicherweise sein eigenes Darmgewebe angreift. Genetische Veranlagung in Kombination mit Umweltauslösern wie Veränderungen der Darmflora, Rauchen (bei Morbus Crohn) und möglicherweise der Ernährung löst diese Entzündungskaskade aus [4]. Chronische Entzündungen führen zu Gewebeschäden, erhöhen mit der Zeit das Krebsrisiko und können systemische Komplikationen verursachen, die Gelenke, Haut, Augen und Leber betreffen. Die Kontrolle der Entzündung ist das primäre Behandlungsziel, um langfristige Schäden zu verhindern.
Ernährungsansätze zur Behandlung von IBD
Keine einzelne Diät heilt IBD, aber Ernährungsstrategien helfen, die Symptome zu lindern und die Remission zu unterstützen [2]. Während Schüben reduzieren ballaststoffarme oder flüssige Diäten die Reizung des Darms. Die spezifische Kohlenhydratdiät (SCD) und die mediterrane Ernährung sind vielversprechend für die Aufrechterhaltung der Remission. Das Vermeiden von persönlichen Auslöserlebensmitteln, häufig Milchprodukte, ballaststoffreiche Lebensmittel während Schüben und Alkohol, hilft bei der individuellen Symptomkontrolle. Die Zusammenarbeit mit einem auf IBD spezialisierten Ernährungsberater stellt eine angemessene Ernährung unter Berücksichtigung der Krankheitsaktivität sicher.
Darmgesundheit und das Mikrobiom
IBD-Patienten weisen typischerweise eine verringerte mikrobielle Vielfalt mit einer Verschiebung hin zu entzündungsfördernden Bakterienarten auf [3]. Der Einsatz von Antibiotika, westliche Ernährungsgewohnheiten und Umweltfaktoren können zu dieser Dysbiose beitragen. Neue Therapien, die auf das Mikrobiom abzielen, darunter die Transplantation von Fäkalmikrobiota, bestimmte probiotische Stämme und präbiotische Ballaststoffe, zeigen Potenzial als ergänzende Behandlungen. Vitamin-D-Mangel ist bei IBD-Patienten häufig und korreliert mit einer erhöhten Krankheitsaktivität [5].
Quellen
- 1. Worldwide Incidence and Prevalence of Inflammatory Bowel Disease in the 21st Century
- 2. The Role of Diet in the Management of Inflammatory Bowel Disease
- 3. Gut Microbiome in Inflammatory Bowel Disease: A Review
- 4. Dietary Patterns and Risk of Inflammatory Bowel Disease: A Systematic Review
- 5. Vitamin D Deficiency and Inflammatory Bowel Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis
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Unterstütze dein Darmmikrobiom
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Angemessenes Eiweiß während Schüben sicherstellen
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