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Sexuelle Gesundheit
Sexuelle Gesundheit und Optimierung der Fortpflanzungsfähigkeit
Sexuelle Gesundheit ist ein wichtiger, aber oft übersehener Teil der allgemeinen Lebenserwartung und Lebensqualität [1]. Die sexuelle Funktion hängt von verschiedenen physiologischen Systemen ab: dem Hormonhaushalt (Testosteron, Östrogen, DHEA, Prolaktin), der Herz-Kreislauf-Funktion für eine gute Durchblutung, der neurologischen Funktion für die sexuelle Reaktion und psychologischen Faktoren wie Stressresistenz und der Qualität der Beziehung. Eine nachlassende sexuelle Funktion ist oft ein Zeichen für systemische Gesundheitsprobleme – erektile Dysfunktion hängt mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen, eine verminderte Orgasmusfähigkeit bei Frauen deutet auf eine arterielle Dysfunktion hin, und eine geringe Libido spiegelt oft eine hormonelle Dysregulation, chronischen Stress oder eine zugrunde liegende Stoffwechselerkrankung wider [2]. Umgekehrt führt die Optimierung der sexuellen Gesundheit durch Änderungen des Lebensstils zu systemischen Gesundheitsverbesserungen, die über die sexuelle Funktion hinausgehen, und schafft so eine wechselseitige Beziehung zwischen Gesundheit und Sexualität, in der sich sexuelle Vitalität und Langlebigkeit gegenseitig verstärken.
Hormonelle Grundlagen und sexuelle Reaktion
Testosteron steuert das sexuelle Verlangen sowohl bei Männern als auch bei Frauen, wobei ein Testosteronmangel mit verminderter Libido, erektiler Dysfunktion und verminderter sexueller Befriedigung einhergeht [1]. Die sexuelle Reaktion von Frauen hängt vom Gleichgewicht zwischen Östrogen und Testosteron ab, wobei ein Rückgang des Östrogenspiegels die Durchblutung und Lubrikation der Vagina verringert. Die erektile Funktion von Männern hängt von einer ausreichenden Stickstoffmonoxidproduktion, der Endothelfunktion und einer gesunden Durchblutung ab – denselben Faktoren für die Gefäßgesundheit, die auch die Langlebigkeit des Herz-Kreislauf-Systems unterstützen [3]. Ein chronisch erhöhter Cortisolspiegel aufgrund von Stress beeinträchtigt sowohl die Testosteronsynthese als auch die sexuelle Reaktion. DHEA dient als hormoneller Vorläufer, der eine gesunde Testosteron- und Östrogenproduktion unterstützt, wobei ein mit dem Alter sinkender DHEA-Spiegel mit einer Abnahme der Sexualfunktion einhergeht [4].
Altern und sexuelle Funktion
Die sexuelle Funktion verändert sich natürlich mit dem Alter, wobei ein Rückgang weder unvermeidlich noch einheitlich ist. Bei Männern kommt es in der Regel ab dem 30. Lebensjahr zu einem allmählichen Rückgang des Testosteronspiegels, was sich auf die Erektionsfähigkeit und das sexuelle Verlangen auswirkt [1]. Frauen durchlaufen die Perimenopause mit einem Rückgang des Östrogenspiegels, der oft mit vaginaler Trockenheit und einer verminderten Libido einhergeht. Untersuchungen zeigen jedoch, dass sexuell aktive ältere Erwachsene im Vergleich zu ihren inaktiven Altersgenossen einen höheren Testosteronspiegel, eine bessere Herz-Kreislauf-Gesundheit und eine verbesserte kognitive Funktion aufweisen [2].
Lebensstilfaktoren, die die sexuelle Gesundheit unterstützen
Regelmäßige Bewegung verbessert die sexuelle Funktion durch verschiedene Mechanismen: eine verbesserte Herz-Kreislauf-Kapazität, die die Durchblutung der Genitalien unterstützt, eine erhöhte Testosteronproduktion, reduzierte Stresshormone und ein verbessertes Körperbild [2]. Ausreichender Schlaf ist wichtig; Testosteron wird hauptsächlich während der Tiefschlafphasen produziert, und Schlafmangel erhöht den Cortisolspiegel und unterdrückt gleichzeitig die Sexualhormone [4]. Stressbewältigungstechniken senken den Cortisolspiegel und unterstützen einen gesunden Hormonhaushalt. Die Ernährung ist wichtig: Zink, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und antioxidantienreiche Lebensmittel unterstützen die Hormonproduktion und die Gefäßgesundheit [1]. Der Verzicht auf Alkohol und das Nichtrauchen verbessern die erektile Funktion und die allgemeine sexuelle Gesundheit [3].
Der Zusammenhang mit dem Herz-Kreislauf-System
Erektile Dysfunktion geht kardiovaskulären Ereignissen häufig um 3–5 Jahre voraus, da die Penisarterien kleiner sind und früher Schäden zeigen als die Koronararterien [3]. Damit ist ED ein Frühwarnzeichen für Herzerkrankungen. Regelmäßige sexuelle Aktivität selbst hat Vorteile für das Herz-Kreislauf-System – sie verbrennt Kalorien, verbessert die Durchblutung und erhält die hormonelle Gesundheit. Studien zeigen, dass sexuell aktive ältere Erwachsene ein besseres kardiovaskuläres Profil haben als inaktive Gleichaltrige [2]. Die Behandlung von ED erfordert eine umfassende kardiovaskuläre und metabolische Untersuchung, nicht nur eine symptomatische Behandlung.
Quellen
Widerstandstraining für die hormonelle Gesundheit
Schlaf hat Vorrang für Sexualhormone
Stress bewältigen, um Cortisol zu senken
Zinkhaltige Lebensmittel unterstützen die Libido
Sexuelle Aktivität ist Kardio-Training
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