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Vorbeugende Gesundheit
Inhaltsverzeichnis
Was ist Gesundheitsvorsorge?
Präventive Gesundheit bedeutet, Maßnahmen zu ergreifen, um Krankheiten zu vermeiden, bevor sie auftreten, anstatt sie zu behandeln, nachdem Symptome aufgetreten sind. Die Weltgesundheitsorganisation berichtet, dass nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes für 75 % aller Todesfälle weltweit verantwortlich sind, doch viele dieser Erkrankungen können durch Änderungen des Lebensstils und Früherkennung verhindert oder verzögert werden [1].
Drei Ebenen der Prävention
Primärprävention verhindert, dass gesunde Menschen überhaupt erst krank werden. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, Stressbewältigung und der Verzicht auf Tabak. Die Centers for Disease Control and Prevention haben vier Hauptrisikofaktoren für chronische Krankheiten identifiziert: Tabakkonsum, schlechte Ernährung, Bewegungsmangel und übermäßiger Alkoholkonsum [2]. Wenn man diese Faktoren gleichzeitig angeht, kann man das Risiko für mehrere Krankheiten senken.
Die Sekundärprävention erkennt Krankheiten frühzeitig, wenn die Behandlung am besten wirkt. Systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass evidenzbasierte Vorsorgeprogramme die Ergebnisse bei Erkrankungen, bei denen eine frühzeitige Erkennung wichtig ist, deutlich verbessern. Brustkrebsvorsorge durch Mammographie, Darmkrebsvorsorge ab dem 45. Lebensjahr und kardiovaskuläre Risikobewertungen fallen alle in diese Kategorie [3].
Die Tertiärprävention kümmert sich um bestehende Erkrankungen, um zu verhindern, dass sie schlimmer werden. Dazu gehören die Einhaltung der Medikamenteneinnahme, Reha-Programme und die laufende Überwachung, um Komplikationen zu vermeiden.
Evidenzbasierte Empfehlungen zur Vorsorge
Eine systematische Überprüfung von JAMA aus dem Jahr 2024 ergab, dass Mammografie-Screenings die Brustkrebssterblichkeit senken, wobei aktualisierte Richtlinien empfehlen, dass Frauen im Alter von 40 Jahren mit den Screenings beginnen sollten [4]. Bei Prostatakrebs zeigen PSA-Tests eine geringe Verringerung der krankheitsspezifischen Sterblichkeit, erfordern jedoch eine sorgfältige Abwägung möglicher Schäden, einschließlich Überdiagnosen und Behandlungskomplikationen [5].
Der effektivste Ansatz kombiniert mehrere Screening-Methoden, die auf dem Alter, der Familienanamnese und individuellen Risikofaktoren basieren. Instrumente zur Risikostratifizierung helfen dabei, zu ermitteln, wer am meisten von einem intensiven Screening gegenüber einer Routineversorgung profitiert.
Lebensstil als Medizin
Die Empfehlungen großer Gesundheitsorganisationen zur körperlichen Aktivität sehen mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche sowie zweimal wöchentlich Krafttraining vor. Eine Ernährung, die viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und mageres Eiweiß enthält und gleichzeitig verarbeitete Lebensmittel und zugesetzten Zucker einschränkt, senkt Stoffwechselrisikofaktoren wie Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker.
Auch die Schlafqualität ist wichtig. Erwachsene brauchen 7 bis 9 Stunden Schlaf pro Nacht, und unzureichender Schlaf steht in Zusammenhang mit Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen [2].
Quellen
- 1. WHO Fact Sheet: Noncommunicable Diseases
- 2. CDC: Preventing Chronic Diseases - What You Can Do Now
- 3. Colorectal cancer screening guidelines for average-risk and high-risk individuals: A systematic review
- 4. Screening for Breast Cancer: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement
- 5. Prostate cancer screening with PSA test: a systematic review and meta-analysis
Bewegung für Prävention
Verfolge deine Zahlen
Schlaf bevorzugen
Checkliste für den jährlichen Checkup
Kenne dein Screening-Alter
Wie oft sollte ich mich ärztlich untersuchen lassen?
Welche Änderungen des Lebensstils haben den größten Einfluss auf die Prävention?
Welche Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen brauche ich in meinem Alter?
Was ist der Unterschied zwischen konventioneller und funktioneller Medizin?
#86 Vorsorge leben: Wie Prävention im Alltag gelingt – mit Niklas Best
#25 Frauengesundheit im Fokus: Vorsorge, die Leben rettet – mit Dr. Susanne Hampel
#19 Darmkrebs: Ein vermeidbarer Killer? – mit Prof. Dr. Wolf Peter Hofmann
#2 Mit moderner Urologie gegen Prostatakrebs – mit Prof. Dr. Frank Christoph
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