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Mikronährstoffe
Was sind Mikronährstoffe?
Mikronährstoffe sind organische und anorganische Verbindungen, die in relativ kleinen Mengen – gemessen in Milligramm oder Mikrogramm – benötigt werden, um eine optimale Gesundheit und physiologische Funktion aufrechtzuerhalten. Anders als Makronährstoffe (Proteine, Kohlenhydrate, Fette) kann der Körper die meisten Mikronährstoffe nicht selbst herstellen und muss sie über die Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen. Diese Kategorie umfasst 13 essentielle Vitamine und etwa 15 essentielle Mineralstoffe, die jeweils eine spezifische und oft unersetzliche Rolle in Hunderten von biochemischen Prozessen spielen [1].
Wichtige Kategorien von Mikronährstoffen
Vitamine sind organische Verbindungen, die grob in fettlösliche (A, D, E, K) und wasserlösliche (B-Komplex, C) unterteilt werden. Fettlösliche Vitamine sammeln sich im Körpergewebe an und werden länger gespeichert, während wasserlösliche Vitamine öfter nachgefüllt werden müssen. Mineralien wie Magnesium, Zink, Eisen und Selen dienen als Cofaktoren für Enzymreaktionen und sind wichtig für die Knochengesundheit, die Immunfunktion und die Energieproduktion in den Zellen [2]. Spurenelemente wie Kupfer, Mangan und Molybdän werden zwar in noch geringeren Mengen benötigt, sind aber genauso wichtig für eine optimale Funktion. Ein Mangel an einem einzigen Mikronährstoff kann mehrere biologische Systeme beeinträchtigen.
Funktionen von Mikronährstoffen für die menschliche Gesundheit
Mikronährstoffe regulieren Tausende von Enzymreaktionen, unterstützen die Abwehrmechanismen des Immunsystems, erhalten die Knochendichte, fördern den Energiestoffwechsel und ermöglichen die Synthese von Neurotransmittern. Vitamin D und Kalzium wirken synergistisch für die Knochengesundheit, Eisen und Vitamin C optimieren gemeinsam den Sauerstofftransport, Zink und Selen unterstützen die Immunantwort und die Schilddrüsenfunktion [3]. Die B-Vitamine steuern den Energiestoffwechsel und die Gesundheit des Nervensystems, während antioxidative Mikronährstoffe (Vitamine C, E, Selen) die Zellen vor oxidativen Schäden schützen. Diese komplexe Wechselbeziehung bedeutet, dass die Optimierung des Mikronährstoffstatus das Verständnis sowohl der individuellen als auch der synergistischen Nährstoffbeziehungen erfordert.
Mangelerscheinungen erkennen und beheben
Mikronährstoffmangel ist auch in Industrienationen nach wie vor weit verbreitet und betrifft weltweit über 2 Milliarden Menschen [4]. Diese Mangelerscheinungen sind oft auf eine ungesunde Ernährung, eine begrenzte Lebensmittelvielfalt, Verdauungsstörungen, bestimmte Medikamente oder einen erhöhten Stoffwechselbedarf zurückzuführen. Die Symptome können subtil sein – Müdigkeit, schwache Immunantwort, langsame Wundheilung, Stimmungsschwankungen – sodass Mangelerscheinungen leicht übersehen werden. Eine umfassende Bewertung der Mikronährstoffe durch Bluttests (Serumspiegel, Funktionsmarker) liefert objektive Daten für eine personalisierte Nahrungsergänzung. Anstelle einer empirischen Nahrungsergänzung führen gezielte Ansätze, die auf dem individuellen Status und den Lebensstilfaktoren basieren, zu besseren Ergebnissen und reduzieren unnötige Ausgaben für Nahrungsergänzungsmittel.
Strategische Optimierung der Mikronährstoffversorgung
Bei einem „Food-First”-Ansatz wird Wert darauf gelegt, Mikronährstoffe möglichst aus Vollwertkost zu beziehen, da natürliche Quellen bioverfügbare Formen und nützliche Verbindungen liefern [5]. Die Konzentration auf nährstoffreiche Lebensmittel – Innereien, Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und buntes Gemüse – sorgt für eine breite Abdeckung mit Mikronährstoffen. Bei festgestellten Mangelerscheinungen oder spezifischen Gesundheitszielen ergänzt eine evidenzbasierte Supplementierung mit hochwertigen, gut resorbierbaren Formen die Nahrungsaufnahme. Regelmäßige Neubewertungen anhand von Funktionsmarkern stellen sicher, dass die Optimierungsstrategien wirksam bleiben und sowohl Mangelerscheinungen als auch eine übermäßige Aufnahme bestimmter Mikronährstoffe verhindert werden.
Quellen
- 1. Micronutrient Deficiencies: Global Prevalence and Health Consequences - World Health Organization
- 2. Vitamins and Minerals: Fact Sheets - National Institutes of Health Office of Dietary Supplements
- 3. Micronutrient Synergies and Interactions in Human Metabolism - Annual Review of Nutrition
- 4. Global Burden of Disease Study 2019: Micronutrient Deficiency Trends - The Lancet
- 5. Food-Based Approaches to Micronutrient Deficiency Prevention - Food and Nutrition Bulletin
Iss den Regenbogen
Vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln testen lassen
Paare von Nährstoffen für eine bessere Aufnahme
Achte auf Wechselwirkungen mit Medikamenten
Kochen, um Nährstoffe zu erhalten
Erst die Nahrung, dann die Ergänzungsmittel
Kannst du alle Mikronährstoffe allein über die Nahrung aufnehmen?
Was sind die häufigsten Mikronährstoffdefizite?
Woher weiß ich, ob ich einen Mikronährstoffmangel habe?
Sind Multivitamine ein guter Weg, um Mikronährstoffe zu bekommen?
Was ist der Unterschied zwischen Mikronährstoffen und Makronährstoffen?
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#129: Wie hältst du dein Gehirn gesund?
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