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Luftverschmutzung
Inhaltsverzeichnis
Wie Luftverschmutzung deinem Körper schadet
Luftverschmutzung hat 2019 weltweit zu 4,2 Millionen vorzeitigen Todesfällen geführt [1]. Feinstaub (PM2,5) – Partikel, die kleiner als 2,5 Mikrometer sind – ist die größte Gefahr. Diese Partikel dringen tief in das Lungengewebe ein, gelangen in den Blutkreislauf und lösen systemische Entzündungen aus, die fast jedes Organsystem betreffen [2].
Das Herz-Kreislauf-System ist am stärksten betroffen: 68 % der Todesfälle durch Luftverschmutzung sind auf ischämische Herzerkrankungen und Schlaganfälle zurückzuführen [2]. Die Belastung durch PM2,5 erhöht den Blutdruck, fördert Arteriosklerose und steigert das Risiko für Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen [3]. Selbst eine kurzfristige Belastung durch erhöhte Werte kann bei anfälligen Personen Herzprobleme auslösen. Eine Metaanalyse der WHO aus dem Jahr 2024 ergab, dass jeder Anstieg der langfristigen PM2,5-Belastung um 10 μg/m³ das Risiko für die Gesamtsterblichkeit um etwa 9,5 % erhöht [4].
Das Gehirn in Gefahr
Neuere Forschungen zeigen, dass PM2,5-Partikel über den Riechnerv und den Blutkreislauf ins Gehirn gelangen und dort Neuroinflammation und oxidativen Stress auslösen [5]. Das beschleunigt den kognitiven Verfall und erhöht das Demenzrisiko. Eine Studie aus dem Jahr 2025 mit 27,8 Millionen Medicare-Versicherten ergab, dass die PM2,5-Belastung mit einem um 8,5 % erhöhten Risiko für Alzheimer pro Anstieg der Konzentration um einen Interquartilsabstand verbunden war [5].
Der Zusammenhang war bei Personen mit einer Vorgeschichte von Schlaganfällen am stärksten, was auf eine erhöhte Anfälligkeit bei Menschen mit bestehenden zerebrovaskulären Schäden hindeutet [5]. Während frühere Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Anfälligkeit erhöhen können, ergab die Studie, dass über 95 % des Zusammenhangs zwischen Luftverschmutzung und Alzheimer auf direkte Auswirkungen auf das Gehirn zurückzuführen waren und nicht auf die Vermittlung durch andere Gesundheitszustände.
Wer ist am stärksten gefährdet?
Zwar sind alle Menschen, die verschmutzter Luft ausgesetzt sind, Gesundheitsrisiken ausgesetzt, doch sind bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders gefährdet. Kinder, ältere Erwachsene und Menschen mit vorbestehenden Herz- oder Lungenerkrankungen sind stärker betroffen [3]. Einkommensschwache Gemeinden und Minderheiten sind aufgrund ihrer Nähe zu Verschmutzungsquellen oft höheren Belastungen ausgesetzt.
Die WHO empfiehlt, die jährliche PM2,5-Konzentration unter 5 μg/m³ zu halten, aber 99 % der Weltbevölkerung leben in Gebieten, in denen dieser Grenzwert überschritten wird [1]. Selbst bei Werten unter den aktuellen gesetzlichen Grenzwerten in vielen Ländern zeigen Untersuchungen klare Auswirkungen auf die Gesundheit, ohne dass ein sicherer Grenzwert identifiziert werden konnte [4].
Praktische Maßnahmen zum Schutz
Die Luftqualität in Innenräumen ist genauso wichtig wie die Außenluftqualität. Durch Kochen, Reinigungsmittel und Ausgasungen von Möbeln kann die Luft in Innenräumen 2- bis 5-mal stärker verschmutzt sein als die Außenluft. Eine hocheffiziente Luftfilterung, eine gute Belüftung und die Reduzierung von Verbrennungsquellen in Innenräumen können die Belastung deutlich senken.
Die Überwachung der lokalen Luftqualitätsindizes hilft bei der Planung von Aktivitäten im Freien. Wenn die Luftqualitätsindexwerte 100 überschreiten, sollten empfindliche Personen längere Anstrengungen im Freien einschränken. Bei Werten über 150 profitieren sogar gesunde Erwachsene davon, intensive körperliche Aktivitäten im Freien zu reduzieren [2].
Quellen
- 1. WHO Global Air Quality Guidelines 2021: Executive Summary
- 2. Ambient (outdoor) air pollution - WHO Fact Sheet (2024)
- 3. EPA Health and Environmental Effects of Particulate Matter (PM)
- 4. Long-term exposure to particulate matter and mortality: WHO Global Air Quality Guidelines meta-analysis (2024)
- 5. The role of comorbidities in air pollution and Alzheimer's disease: national cohort study (2025)
HEPA-Reiniger während des Kochens auf höchster Stufe betreiben
Platziere Luftreiniger dort, wo du schläfst und arbeitest
Überprüfe den AQI-Wert vor Übungen im Freien
Füge strategisch luftreinigende Pflanzen hinzu
Beseitige Verbrennungsquellen in Innenräumen
Wie hoch ist die sichere PM2,5-Belastung?
Können Luftreiniger wirklich PM2,5 entfernen?
Wie wirkt sich die Luftverschmutzung auf die Gesundheit des Gehirns aus?
Ist die Innen- oder Außenluft stärker verschmutzt?
#70 Hautgesundheit neu gedacht: Was wirklich zählt und was uns schadet – mit Dr. Alice Martin
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