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Plyometrisches Training

Inhaltsverzeichnis

Was ist plyometrisches Training?

Plyometrisches Training, oft auch als Sprungtraining bezeichnet, baut durch schnelles Dehnen und Anspannen der Muskeln Explosivkraft auf. Diese Übungen nutzen den Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus, bei dem sich die Muskeln zunächst unter Spannung verlängern (exzentrische Phase) und dann sofort kraftvoll verkürzen (konzentrische Phase). Durch diese Abfolge wird elastische Energie in Sehnen und Muskeln gespeichert und dann freigesetzt, um in kürzester Zeit maximale Kraft zu erzeugen [1]. Sportler nutzen Plyometrie, um ihre Sprintgeschwindigkeit, ihre Sprunghöhe und ihre Fähigkeit zur Richtungsänderung zu verbessern. Die Vorteile des Trainings gehen über die sportliche Leistung hinaus und umfassen auch eine Verbesserung der Knochendichte und des Stoffwechsels [2].

Die Wissenschaft der Explosivkraft

Plyometrische Übungen trainieren das neuromuskuläre System, um Muskelfasern schneller und effizienter zu rekrutieren. Während des Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus löst der Muskelspindelreflex als Reaktion auf eine schnelle Dehnung eine sofortige Kontraktion aus. Dieser Reflex, kombiniert mit der Speicherung elastischer Energie in der Achillessehne und anderen Bindegeweben, ermöglicht es erfahrenen Sportlern, Kräfte zu erzeugen, die ihre maximale willkürliche Kontraktion übersteigen [3]. Regelmäßiges plyometrisches Training erhöht die Sehnensteifigkeit und die Querschnittsfläche der Muskelfasern, insbesondere bei schnell zuckenden Fasern. Untersuchungen zeigen, dass bereits 6–8 Wochen strukturiertes plyometrisches Training den vertikalen Sprung um 10–20 % und die Sprintgeschwindigkeit um 3–5 % verbessern können [1].

Vorteile über die Leistung hinaus

Obwohl plyometrisches Training in erster Linie von Sportlern genutzt wird, bietet es auch Nicht-Sportlern erhebliche gesundheitliche Vorteile. Die hohe Belastung stimuliert die Knochenbildung und erhöht die Knochenmineraldichte, was besonders für ältere Erwachsene, die sich Sorgen um Osteoporose machen, von großem Wert ist [2]. Darüber hinaus verbessern die schnellen Muskelkontraktionen die neuromuskuläre Koordination und können das Gleichgewicht und die Stabilität verbessern. Diese Anpassungen tragen zu besseren funktionellen Bewegungsmustern im Alltag und zu einem verringerten Sturzrisiko bei älteren Menschen bei.

Wichtige plyometrische Übungen

Anfänger sollten mit grundlegenden Bewegungen beginnen, bevor sie zu fortgeschrittenen Varianten übergehen. Boxsprünge entwickeln die Kraft des Unterkörpers und die Landetechnik. Jump Squats bauen mit dem eigenen Körpergewicht oder leichten Gewichten explosive Beinkraft auf. Clapping Push-ups trainieren die Kraft des Oberkörpers und die Reaktionskraft. Bounds und Hops verbessern die Kraft und Koordination eines einzelnen Beins. Depth Jumps sind die anspruchsvollste plyometrische Übung, bei der die Sportler von einer Box springen, den Aufprall bei der Landung abfedern und sofort maximal hochspringen müssen [3]. Eine angemessene Steigerung und ausreichende Erholung zwischen den Trainingseinheiten sind für die Sicherheit und Wirksamkeit unerlässlich.

Sicherheits- und Programmierrichtlinien

Plyometrisches Training birgt aufgrund der hohen Belastungskräfte ein höheres Verletzungsrisiko als herkömmliches Krafttraining. Die Forschung betont die Bedeutung der richtigen Technik und einer schrittweisen Steigerung, um Verletzungen, insbesondere an Knien und Knöcheln, zu vermeiden [4]. Sportler sollten die Landetechnik beherrschen, bevor sie sich an intensivere Varianten wagen. Zu den wichtigsten Sicherheitsgrundsätzen gehören: weiches Landen mit gebeugten Knien, Aufrechterhaltung der richtigen Körperhaltung und sofortiges Abbrechen, wenn starke Gelenkschmerzen auftreten. Außerdem ist geeignetes Schuhwerk mit ausreichender Dämpfung für die Stoßdämpfung bei Bewegungen mit hoher Belastung unerlässlich [5].

1.

Meistere zuerst die Landung

Bevor du höher springst, solltest du üben, leise und kontrolliert zu landen. Wenn du bei einem Boxsprung nicht ruhig landen kannst, bist du nicht bereit für diese Höhe. Eine gute Landemechanik beugt Knie- und Knöchelverletzungen vor.
2.

Stärke vor Kraft aufbauen

Du solltest das 1,5-fache deines Körpergewichts in die Hocke gehen können, bevor du mit intensivem plyometrischem Training beginnst. Starke Muskeln schützen die Gelenke und bilden die Kraftbasis, die für explosive Bewegungen benötigt wird.
3.

Erdkontakte zählen

Begrenze die Anzahl der Bodenkontakte für Anfänger auf 80-120 pro Training. Bei plyometrischen Übungen ist Qualität besser als Quantität. Vollständige Erholung zwischen den Sätzen (2-3 Minuten) sorgt für maximale Leistung bei jeder Wiederholung.
4.

Benutze das richtige Schuhwerk

Trage für das plyometrische Training Schuhe mit guter Dämpfung und seitlichem Halt. Vermeide minimalistische Schuhe oder abgenutzte Turnschuhe. Das richtige Schuhwerk dämpft den Aufprall und schützt deine Gelenke beim Springen mit hoher Intensität.
5.

Beim ersten Anzeichen von Schmerz anhalten

Plyometrische Übungen bergen ein höheres Verletzungsrisiko als herkömmliches Krafttraining. Scharfe Gelenkschmerzen, vor allem in den Knien oder Knöcheln, bedeuten, dass du sofort aufhören solltest. Drücke dich bei explosiven Bewegungen nie durch Schmerzen.
1.

Wozu ist plyometrisches Training gut?

Plyometrisches Training entwickelt explosive Kraft, verbessert die vertikale Sprunghöhe, erhöht die Sprintgeschwindigkeit und verbessert die Fähigkeit, die Richtung zu wechseln. Außerdem baut es die Knochendichte auf, verbessert die Steifigkeit der Sehnen und trainiert das Herz-Kreislauf-System. Athleten in den Sportarten Basketball, Fußball, Volleyball und Leichtathletik profitieren erheblich von regelmäßigem plyometrischen Training.
2.

Wie oft sollte ich plyometrisches Training machen?

Führe 2-3 Mal pro Woche plyometrisches Training durch, wobei mindestens 48 Stunden zwischen den Trainingseinheiten liegen sollten. Da diese Übungen sehr anstrengend sind, brauchen Sehnen und Gelenke ausreichend Zeit zur Erholung. Anfänger sollten mit 1-2 Einheiten pro Woche beginnen und die Häufigkeit schrittweise erhöhen, wenn sich der Körper anpasst.
3.

Was ist der Streck-Verkürzungs-Zyklus?

Der Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus ist eine schnelle Muskelaktion, bei der sich die Muskeln zunächst unter Spannung verlängern (exzentrische Phase) und dann sofort kraftvoll verkürzen (konzentrische Phase). Diese Abfolge speichert elastische Energie in Sehnen und Muskeln und setzt sie dann frei, um maximale Kraft zu erzeugen. Plyometrische Übungen trainieren speziell diesen Zyklus, um die Leistung zu verbessern.
4.

Ist plyometrisches Training sicher für Anfänger?

Plyometrisches Training ist für Anfänger sicher, wenn es richtig ausgeführt wird. Beginne mit weniger anstrengenden Varianten wie Box Step-ups, bevor du dich an Sprünge wagst. Beherrsche zuerst die Landemechanik - wenn du nicht ruhig landen kannst, bist du nicht bereit für diese Trainingsintensität. Baue zunächst eine Kraftbasis auf und steigere das Volumen schrittweise. Ziehe in Erwägung, mit einem qualifizierten Trainer zu arbeiten, um die richtige Technik zu erlernen.

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Dieser Inhalt wurde vom New Zapiens Redaktionsteam erstellt und geprüft – gemäß unseren redaktionellen Richtlinien.
Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2026

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